Durch den Ausbau herkömmlicher Schulen zu Ganztagsschulen entsteht ein erheblicher Umbaubedarf. Dies gilt insbesondere im Grundschulbereich, wo eine Verlängerung der Aufenthaltszeit eine Vergrößerung des Lebensraums erfordert. Aus den fraktalen Bauplänen lassen sich selbst dort Anregungen für den Umbau gewinnen, wo vorfindbare rechtwinkelige Raumstrukturen nicht zur Disposition stehen. Eine in vielen Altbauten realisierbare und kostengünstige Umbauvariante wurde im Rahmen eines Herforder Modellprojekts in den Sommerferien 2004 realisiert (siehe Fotos). Nach erfolgreicher Erprobung wurde das Umbaukonzept inzwischen an verschiedenen Grundschulen umgesetzt.                               (www.ganztagsschulen.org/2180.php)

vergrößernDie Grundidee ist einfach. Den Kindern im zukünftigen Ganztagszug wird ein um 50 % erweiterter Lern- und Lebensraum zugestanden. Deshalb werden drei möglichst nebeneinander liegende Klassenräume zu einer räumlichen und sozialen Einheit für zwei Klassen umgebaut. Dafür werden die beiden Zwischenwände zum mittleren Klassenraum auf einer Länge von ca. 5 Metern eingerissen und - ab einer Höhe von ca. 100 cm - durch eine transparente Glaswand mit (Schiebe-) Tür ersetzt.

Die beiden außen liegenden Räume werden weiterhin als Klassenzimmer genutzt, während der mittlere Raum beiden Klassen als Multifunktionsraum dient. Kuschel- und Leseecken, Medien- und Bastelecke, Aquarium und Küchezeile oder auch Regale für Spiele und Freiarbeitsmaterialien, die die Bewegungsfläche im Klassenzimmer verringern, können in den Multifunktionsraum ausgelagert werden. Bei einer geschickten Möblierung lässt sich eine freie Mitte im Klassenraum schaffen, in der sich u.a. ein Stuhlkreis ohne Umräumen der Schultische bilden lässt. Nach kollegialer Absprache sind vielfältige Nutzungsvarianten der drei Lernräume denkbar.

vergrößernAuch wenn sich pädagogische Nebenfunktionen in einen benachbarten Raum auslagern lassen, bleibt es in herkömmlichen Klassenzimmern verhältnismäßig eng und unbeweglich. Mittels eines neuen Möblierungs- konzeptes lässt sich Abhilfe schaffen. Kernelement ist der
flexi 90 Tisch, der insbesondere Vierergruppen einen konzentrischen Arbeitsplatz mit optimierten Kommunikationsdistanzen und Blickwinkelbeziehungen bietet. Dieser Tisch lässt sich wie eine Schubkarre bewegen und ist problemlos stapelbar. Er eignet sich gleichermaßen für die Einzel-, Partner - und Gruppenarbeit von 4 bis 8 Personen (www.kvartet.de). Jeder Arbeitsgruppe sollte ein rollbares Regal mit Eigentumsfächern zur Verfügung stehen, in dem sich u.a. Büchertaschen und persönliche Arbeitsmaterialien unterbringen lassen.

Flexibilität im Klassenzimmer lässt sich einerseits durch rollbare Tische und Regale, andererseits aber auch durch ein flexibles Tafelsystem erreichen. Dänemarks größter Tafelhersteller bietet doppelseitig nutzbare Leichtbautafeln in den Standardmaßen von 120 x 120 cm und 120 x 90 cm an. Diese magnetischen Tafeln oder Pinwände lassen sich mit einem Handgriff von Gleitschienen nehmen, die sich an allen Wänden des Klassenraumes montieren und zugleich als Bilderleisten nutzen lassen.

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